Bodenversiegelung und ihre Auswirkungen
Bodenversiegelung ist eine Folge der Flächeninanspruchnahme. Durch das Bebauen von Flächen mit Gebäuden und das Bedecken von Böden mit Asphalt, Pflastersteinen oder Beton wird die Bodenoberfläche mehr oder weniger wasser- und luftdicht versiegelt. In Sachsen werden durchschnittlich 44 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt.
Versiegelte Böden verlieren dauerhaft ihre Bodenfunktionen als Lebensraum oder Wasserspeicher und gehen für die Land- und Forstwirtschaft verloren (Bodenfunktionen). Versiegelte Flächen verringern die Grundwasserneubildung und erhöhen die Überschwemmungsgefahr durch schnellen Oberflächenabfluss. In städtischen Räumen, wo gebietsweise bis zu 100 Prozent der Böden versiegelt sind, zeigen sich die Auswirkungen der der Bodenversiegelung ganz besonders. Hier kommt es in den Sommermonaten zur Entstehung von »Wärme-« oder »Hitzeinseln«, weil die die abkühlende Wirkung der Verdunstung über Böden und Vegetation fehlt und Baumaterialien Sonnenenergie speichern und die Stadtatmosphäre zusätzlich aufheizen.
Die Begrenzung und Reduzierung der Bodenversiegelung ist somit nicht nur ein Anliegen des Bodenschutzes, sondern betrifft auch den Gewässer- und Hochwasserschutz und ist wichtiger Bestandteil der Klimaanpassung.
Bundesweit findet bisher keine flächendeckende, amtliche Erhebung der Bodenversiegelung statt. Die Versiegelung wird lediglich auf Grundlage der Daten der statistischen Landesämter (Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung) geschätzt, wobei versiegelte Flächen außerhalb der Siedlungs- und Verkehrsfläche unberücksichtigt bleiben.
Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der Bodenversiegelung zwischen 2016 und 2023 auf Grundlage der Flächenstatistik. Es zeigt sich eine stetige Zunahme der versiegelten Fläche insgesamt. Diese Entwicklung folgt der Flächeninanspruchnahme für Siedlung und Verkehr. Gleichzeitig nimmt der Anteil der versiegelten Fläche an der Siedlungs- und Verkehrsfläche leicht ab.
Die Ursache liegt wiederum in der Flächenstatistik. Im Zuge von Stadtumbaumaßnahmen wurden in Sachsen regional zum Teil großflächig Wohngebiete rückgebaut oder Industriebrachen renaturiert. Diese Flächen bleiben als (teil)entsiegelte Grünflächen oder Flächen für Erholung, Sport und Freizeit weiterhin Teil der Siedlungsfläche, reduzieren aber deren Versiegelungsgrad.
Das LfULG stellt ergänzend zu den Schätzungen der Flächenstatistik eine Karte der mittleren Bodenversiegelung für Sachsen zur Verfügung. Auf Grundlage von Informationen aus dem ATKIS- Basis-DLM (Stand 2021) wurden unter Zuhilfenahme digitaler Orthophotos mittlere Versiegelungsgrade für die Landesfläche in einem 100 mal 100 Meter Raster ermittelt und in sechs Versiegelungsklassen visualisiert.
In der Übersichtskarte zeichnen sich deutlich die stärker versiegelten Siedlungsbereiche und insbesondere die Ballungsgebiete um die Städte Dresden, Leipzig und Chemnitz ab.
Das LfULG strebt eine Aktualisierung der Bodenversiegelungsdaten in höherer räumlicher Auflösung an.
Kontakt
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Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Referat 42: Boden, Altlasten
Dr. Susanne Döhler
Telefon: 03731 294-2816
E-Mail: Susanne.Doehler@lfulg.sachsen.de
Webseite: http://www.lfulg.sachsen.de