Erstellung eines Fachkonzepts für ein landesweites Informationssystem zur Lage und Verbreitung von Mooren und anderen organischen Nassstandorten (SIMON)

Projektlaufzeit: 09/2008–10/2010

Projektziele:

  • Recherche bodenkundlicher, naturschutzfachlicher, hydrologischer und geowissenschaftlicher Datengrundlagen, Kartenwerke und von weiteren geeigneten Informationen zu sächsischen Mooren und anderen organischen Nassstandorten im Vergleich zu Moorinformationssystemen anderer Länder,
  • Erarbeitung fachlicher Grundlagen für die Zusammenführung der Datengrundlagen zu einer interdisziplinär interpretier- und nutzbaren Übersicht zu sächsischen Mooren und anderen organischen Nassstandorten im Sinne von »Moorkomplexen«,
  • testweise Erstellung eines einfachen GIS-Projekts als »Moorkomplexkarte« mit digital vorhandenen Informationen und Vergleich des Ergebnisses mit anderen Methoden,
  • testweise Erstellung von »Moorsteckbriefen«,
  • fachliche Hinweise und Nutzeranforderungen für eine Weiterentwicklung hin zu einem Sächsischen Informationssystem für Moore und organische Nassstandorte (SIMON).

 


Projektergebnisse:

Im erstellten Fachkonzept für ein künftiges Sächsisches Informationssystem für Moore und organische Nassstandorte, kurz SIMON, werden die fachlichen Grundlagen dargestellt, um in einem SIMON die in verschiedenen Fachbereichen vorliegenden Informationen über Moore in Sachsen zu bündeln und eine anwendergerechte Auswertung der Daten für unterschiedliche Anforderungen im Naturschutz, Bodenschutz, der Raumplanung oder auch der Wasserwirtschaft zu ermöglichen.

Dafür wird zunächst ein Überblick über vorhandene Informationssysteme zu Mooren in anderen Bundesländern und im Ausland gegeben. Nach einer gründlichen Recherche und Prüfung der verfügbaren Ausgangsdaten im Freistaat Sachsen wurde eine Auswahl an wünschenswerten Daten getroffen, die in das zukünftige Informationssystem integriert werden sollen, und eine erste fachliche Struktur für SIMON entworfen. Insgesamt werden vier Ausbaustufen vorgesehen, die je nach Anforderungen sowie zeitlichen und finanziellen Ressourcen auch noch feiner unterteilt werden können. Die ersten beiden Stufen, Groberfassung und Detailerfassung, werden im Fachkonzept vertiefend behandelt. Es wurde darauf geachtet, dass ein genereller Überblick über die Lage und die Größe der Moore schon in einem relativ frühen Stadium möglich ist.

Die Groberfassung wurde mit landesweit vorliegenden Karten durchgeführt; dabei wurden deren relevante Kartiereinheiten miteinander zu Moorkomplexen verschmolzen. Biotische und abiotische Kartiereinheiten wurden dabei gleichwertig behandelt. Die so entstandene Moorkomplexkarte konnte dann mit den Daten aus den einzelnen Karten hinterlegt werden. Anhand dieser Karte wurde die Gesamtfläche der Moorkomplexe in Sachsen mit ca. 46.800 ha ermittelt. Weiterhin wurde der Anteil der jeweiligen Torfmächtigkeitsklassen und die Landnutzungsverteilung bestimmt, eine grobe Einteilung zum ökologischen Zustand vorgenommen und der aktuelle Schutzstatus abgeleitet. Für 20 ausgewählte, repräsentativ über Sachsen verteilte Moore wurden Steckbriefe generiert, die einen Ausblick auf die Informationsmöglichkeiten nach Ende der ersten Ausbaustufe geben. Ein erweiterter Steckbrief für das Teilgebiet Große Säure im Moorkomplex Carlsfeld deutet die zukünftigen Möglichkeiten unter Einbeziehung von Detaildaten an.

Je größer der Detaildatenbestand, um so umfangreicher und vielfältiger sind die Auswertemöglichkeiten, die in diesem Vorhaben nur angerissen werden konnten. Eine ständige Weiterentwicklung der Auswertungsmethoden ermöglicht die Anpassung an gegenwärtige und zukünftige Aufgaben, die heute noch nicht im vollen Maße abschätzbar sind. Zu nennen sind hier unter anderem die Emissionen klimarelevanter Gase oder der mögliche DOC-Austrag aus Mooren, die gegenwärtig Gegenstand der Forschung sind.

Die Moorkomplexkarte und das zukünftige SIMON sind zudem ein geeignetes Werkzeug für das Moorentwicklungskonzept, das entsprechend der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt von allen Bundesländern 2010 erarbeitet und bis 2025 umgesetzt werden soll.

    Ansprechpartner im LfULG

    Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

    Referat 42: Boden, Altlasten

    Dr. Ingo Müller

    Telefon: (03731) 294-2810

    E-Mail: Ingo.Mueller@smekul.sachsen.de

    Webseite: http://www.lfulg.sachsen.de

    Abschlussbericht

    Schriftenreihe, Heft 14/2011 »Informationssystem Moore«

    Veröffentlichungen

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