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Zahlen und Fakten

 

In dem vom LfULG geführten digitalen Altlastenkataster (Sächsisches Altlastenkataster – SALKA) werden alle im Freistaat Sachsen bekannten Altstandorte und Altablagerungen im Sinne von § 2 Abs. 5 und 6 BBodSchG sowie betriebene und stillgelegte Deponien erfasst. Diese Daten werden kontinuierlich, entsprechend dem Bearbeitungsstand der jeweiligen Altlasten, aktualisiert. Die jährlich durchgeführten statistischen Auswertungen geben einen Überblick über den Stand der Altlastenbearbeitung im Freistaat Sachsen.

Erfassungsstand

Bereits seit 1991 werden die in Sachsen bekannten Altlasten, Altlastverdächtigen Flächen und sanierte Altlasten systematisch im Kataster erfasst. Aktuell (Mai 2021) sind insgesamt 21.270 Gesamtflächen im Sächsischen Altlastenkataster registriert, die sich in insgesamt 30.570 Teilflächen untergliedern (ohne Archiv). Nach den einzelnen Flächenarten verteilt sich deren Anzahl wie folgt:

Flächenart Anzahl Gesamtflächen Anzahl Teilflächen
Altstandort 13.084 20.504
Altablagerung 7.762 8.297
Militärische Altlasten 424 1.769

Quelle: LfULG 2021

Kennzahlen der Altlastenbearbeitung

Nachfolgende Angaben wurden auf der Grundlage der Kennzahlen zur Altlastenstatistik der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) zusammengestellt. Die Kennzahlen werden jeweils für die Gesamtflächen ermittelt, wobei auch das Archiv des Sächsischen Altlastenkatasters einbezogen wird. In den Kennzahlen zu den Altstandorten sind auch die Militärischen Altlasten enthalten. Die beiden Kennzahlen „Gefahrenverdacht abzuklären“ und „Altlasten“ stellen dabei Flächen in Bearbeitung dar, während die Kennzahlen „Sanierung abgeschlossen“ und „Gefahrenverdacht ausgeräumt“ (unterschieden in „Gefahrenverdacht vollständig ausgeräumt“ und „keine Gefährdung bei aktueller Nutzung“) Flächen repräsentieren, deren Bearbeitung (vorläufig) abgeschlossen wurde.

Kennzahlen Altablagerungen
(Anzahl der Gesamtflächen)
Altstandorte
(Anzahl der Gesamtflächen)
Gefahrenverdacht abzuklären 2.697 6.998
Altlasten 148 269
Sanierung abgeschlossen 1.440 1.974
Gefahrenverdacht vollständig ausgeräumt 999 3.699
Keine Gefährdung bei aktueller Nutzung 3.674 4.957

Quelle: LfULG 2021

Verteilung der Flächen

Die folgende Darstellung zeigt die prozentuale Verteilung der Anzahl von Flächen, bei denen der Altlastverdacht ausgeräumt werden konnte (vollständig bzw. bei aktueller Nutzung), bei denen der Gefahrenverdacht geklärt werden muss sowie der Altlasten und sanierten Altlasten. Weiterer Erkundungsbedarf besteht für die Flächen, bei denen der Gefahrenverdacht noch nicht geklärt ist. Für Altlasten sind Sanierungsmaßnahmen oder Schutz- und Beschränkungsmaßnahmen durchzuführen, teilweise wurden diese bereits begonnen. Für die sanierten Altlasten können noch weitere Überwachungsmaßnahmen erforderlich sein.

Untergliederung in Teilflächen (Quelle: Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie)

Erläuterung zu den Kennzahlen

Gefahrenverdacht abzuklären
Liegen Anhaltspunkte oder ein konkreter Verdacht für eine Altlast vor ist eine Gefährdungsabschätzung durchzuführen. Die Gefährdungsabschätzung wird für die derzeitige oder planungsrechtlich zulässige Nutzung durchgeführt und umfasst die Bearbeitungsstufen Historische Erkundung, Orientierende Untersuchung und Detailuntersuchung.

Gefahrenverdacht ausgeräumt
Der Verdacht hat sich nach einer Gefährdungsabschätzung im Rahmen der Bearbeitungsstufen Historische Erkundung, Orientierende Untersuchung oder Detailuntersuchung nicht bestätigt. Die Gefährdungsabschätzung auf der untersuchten Fläche ergab keine Gefahr für ein Schutzgut bei der derzeitigen oder planungsrechtlich zulässigen Nutzung (keine Gefährdung bei aktueller Nutzung) oder auch unabhängig davon (Gefahrenverdacht vollständig ausgeräumt). Die Bearbeitung durch die Behörde ist insoweit abgeschlossen.          

Altlasten
Nach der Bewertung durch die zuständige Behörde wurde grundsätzlich Sanierungsbedarf festgestellt. Die Sanierungsmaßnahmen sind noch nicht abgeschlossen bzw. Schutz- und Beschränkungsmaßnahmen müssen aufrechterhalten werden.

Sanierung abgeschlossen
Die Sanierungsarbeiten auf diesen Flächen wurden abgeschlossen, die Gefahr wurde beseitigt. Für die derzeitige oder planungsrechtlich zulässige Nutzung besteht keine Gefahr. Eventuell sind noch Maßnahmen zur Überwachung und Nachsorge erforderlich.

Der Erfassungsstand der Altlasten in Sachsen stieg mit Beginn der systematischen Erfassung zunächst an und erreichte 1997 mit >30.000 Flächen seinen Höchststand. Die Abnahme auf derzeit (Mai 2021) 21.270 Gesamtflächen (s.o.) erklärt sich daraus, dass Flächen, bei denen der Altlastverdacht bereits im Laufe der Formalen Erstbewertung ausgeräumt werden konnte, aus dem SALKA gelöscht wurden. Diese Fälle werden jedoch immer seltener, so dass der Bestand seit einigen Jahren +/- stabil bleibt.

Die im SALKA erfassten Flächen werden kontinuierlich nach einem festgelegten Schema bearbeitet: Die Anzahl der Flächen nach den oben genannten Kennzahlen lässt sich grob in zwei Kategorien zusammenfassen: „Bearbeitung abgeschlossen“ (Gefahrenverdacht ausgeräumt bzw. sanierte Altlast) und „Weitere Bearbeitung erforderlich“ (Gefahrenabschätzung erforderlich/in Arbeit bzw. Sanierung erforderlich/in Arbeit). Aus der folgenden Abbildung geht hervor, wie die Anzahl der Flächen in der ersten Kategorie kontinuierlich zunimmt, während sie in der zweiten Kategorie kontinuierlich abnimmt: Seit 2011 hat sich die Zahl der bearbeiteten Flächen von ca. 14.400 auf 16.743 erhöht, die Zahl der noch zu bearbeitenden Flächen ging von ca. 12.670 auf ca. 10.100 zurück.

Das Bild zeigt die Entwicklung der Altlastenstatistik im Freistaat Sachsen. © LfULG

Die Fortschritte in der Altlastensanierung in Sachsen sind auch in den Indikatoren zum Umweltstatus Sachsen dokumentiert.

Bundesweite Kennzahlen der Altlastenstatistik

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