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Lössboden - Boden des Jahres 2021

Das Bild zeigt den dunkelbraun gefärbten humusreichen Horizont einer Parabraunerde. © Arnd Bräunig (LfULG)

Was ist Löss?

Löss ist unser Erbe der Eiszeit. Im eiszeitlichen Trockenklima entstand durch Frosteinwirkung und Gletscherbewegungen aus Gestein und Felsen ein feines Gesteinsmehl. Mit dem Wind wurde es kilometerweit transportiert und konnte so weit entfernt vom Ausblasungsort abgelagert werden. Dabei bildeten sich zum Teil mehrere Meter mächtige Lössschichten, sog. Deckschichten.

Eigenschaften des Lösses

Löss ist ein homogenes, feinkörniges Sediment, das hauptsächlich aus Schluff und in geringeren Anteilen aus Ton und Feinsand besteht. Es ist gelblich gefärbt und enthält Carbonat.

Anteiel von Ton, Sand und Schluff im Löss

Löss bildet die Grundlage zur Entwicklung verschiedener, nährstoffreicher Böden. Der hohe Schluffgehalt des Lösses sorgt für sehr gute Wasserspeichereigenschaften. Lössböden können bis zu 250 Liter Wasser pro Kubikmeter Boden speichern, das vollständig für die Pflanzen verfügbar ist. Dies sind ca. 100 – 150 Liter Wasser mehr pro Kubikmeter Boden, als Sand- bzw. Tonböden speichern können. Der im Löss beigemengte Ton sorgt für eine gute Nährstoffverfügbarkeit. Diese Eigenschaften machen Böden aus Löss zu sehr wertvollen Böden, die insbesondere für den Ackerbau sehr gut geeignet sind.

Gleichzeitig sind Lössböden aber sehr sensibel: Sie haben eine sehr hohe Neigung zur Verschlämmung und eine sehr hohe Erodierbarkeit. Damit sind diese Böden besonders stark durch Erosion gefährdet.

Vorkommen und Verbreitung in Sachsen

Böden aus Löss sind in Sachsen sehr verbreitet. Sie dominieren innerhalb der Bodenregion der Löss- und Sandlösslandschaften. Diese Bodenregion besitzt unter den Bodenregionen Sachsens die größte Ausdehnung. Sie reicht von den unteren Mittelgebirgslagen im Süden bis zur Landesgrenze im Norden. Von Süden nach Norden folgen aufeinander Gürtel aus Löss, sandigem Löss, Sandlöss und Lösssand. Die Mächtigkeit der Lössschichten und ihre Vermengung mit Sand und Steinen variiert regional und ist in der Abbildung XYZ dargestellt.

Das Bild zeigt die Verbreitung des Lössbodens in Sachsen.

Typische Bodentypen aus Löss in Sachsen

Böden aus Löss sind vielfältig. Typische Bodentypen, die sich aus Löss entwickelt haben, sind Parabraunerden, Schwarzerden oder Fahlerden, aber auch Pseudogleye (Stauwasserböden) oder Kolluvisole (durch Wasser oder Wind umgelagerte Sedimente).

Zwei typische Bodentypen der Löss- und Sandlösslandschaften Sachsens werden nachfolgend vorgestellt:

Bodentyp: Pseudogley-Parabraunerde aus Löss

Pseudogley-Parabraunerden sind im sächsischen Lösshügelland weitverbreitet. Das Bodensubstrat besteht aus Lösslehm. Lösslehm ist aufgrund seiner Korngrößenzusammensetzung in der Lage besonders viel Bodenwasser pflanzenverfügbar zu speichern. Der Bodentyp Parabraunerde besagt, dass in diesen Böden über Jahrhunderte eine Tonverlagerung vom Oberboden in den Unterboden stattgefunden hat. Die dadurch entstandene relative Tonanreicherung im Unterboden führt in einigen Fällen zu Staunässe. Böden mit Staunässe werden Pseudogley genannt. Beim vorliegenden Boden ist die Staunässe nur gering ausgeprägt. Daher handelt es sich um eine Pseudogley-Parabraunerde. Die Eigenschaften des erst genannten Bodentyps sind immer schwächer ausgeprägt. In diesem Fall überwiegt also der Charakter der Parabraunerde.  

Standort Mittelsächsisches Lösshügelland bei Döbeln
Bodenart Schluff (Lösslehm)
Bodenfruchtbarkeit sehr hoch (Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit)
Bodenschätzung Bodenzahl 76, Klassenzeichen L3Lö
Wasserkapazität pflanzenverfügbar sehr hoch, 250 mm bzw. 250 Liter pro m³ Boden
Das Bild zeigt die Horizontabfolge einer Parabaunerde aus Löss

Bodentyp: Kolluvisol aus Löss

Kolluvisole entstehen durch Bodenerosion. Meist wird bei Starkregen in hängigen Lagen Oberbodenmaterial abgespült, welches sich unterhalb des Hanges bzw. in Senken anreichert. Das dort angereicherte Bodenmaterial bildet den Kolluvisol. Oft überdeckt dieser ältere Böden, welche vor diesen intensiven Erosionsprozessen entstanden sind. Das Lackprofil zeigt einen Kolluvisol der eine ehemalige Schwarzerde (Tschernosem) überdeckt. In ackerbaulich genutzten Lösshügelländern sind, aufgrund der dort ausgeprägten Erosionsprozesse, Kolluvisole häufig anzutreffen.   

Standort Mulde-Lösshügelland bei Leisnig
Bodenart Schluff aus Lösslehm
Bodenfruchtbarkeit sehr hoch (Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit)
Bodenschätzung Bodenzahl 92, Klassenzeichen L1Lö
Wasserkapazität pflanzenverfügbar sehr hoch, 270 mm bzw. 270 Liter pro m³ Boden
Das Bild zeigt die Horizontabfolge eines Kolluvisol aus Löss

Weiterführende Informationen zum Lössboden als Boden des Jahres 2021 sowie zur Aktion »Boden des Jahres« finden Sie auf folgenden Internetseiten:

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