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Boden des Jahres 2026 - Der Archivboden

Hinweis zum Frühlingsspaziergang »Archivboden«

Das Bild zeigt einen Dünensand-Podsol.
Dünensand-Podsol in der Dresener Heide  © LfULG, Raphael Benning

Am 25.04.2025 findet im Rahmen der Frühlingsspaziergänge eine Wanderung unter dem Thema »Düne, Geschirr und Dresdner Heide? Archivböden zeigen die Geschichte der Landschaft« statt. Sie erfahren Interessantes über die Entstehung und Besonderheiten der Böden in der Dresdner Heide. Der Archivboden als »Boden des Jahres 2026« stellt die Funktion von Böden als Archive der Natur- und Kulturgeschichte ins Zentrum. Sie erleben ein Bodenprofil in einer Düne, Gräberfelder aus der Bronzezeit und erfahren Wissenswertes rund um das Wechselspiel von Boden und Wald.

Bitte melden Sie sich bis spätestens 17.04.26 per E-Mail an: Raphael.Benning@lfulg.sachsen.de

 

Was macht einen Boden zum Archivboden?

Archivböden sind einzigartige Böden, die wertvolle Informationen über vergangene Zeiten speichern. Sie fungieren als Archive der Natur- und Kulturgeschichte und enthalten Spuren früherer Klimaphasen, Naturereignisse und menschlicher Aktivitäten, die über lange Zeiträume konserviert wurden.

Archiv der Naturgeschichte

Das Bild zeigt eine Braunerde über Fersiallit.
Braunerde über Fersiallit westlich von Freiberg. Fersiallite sind Reste tropisch-subtropischer Verwitterung aus dem Tertiär und älteren Zeitepochen, die in Sachsen vor allem im Osterzgebirge als reliktische oder fossile Bodenreste erhalten sind.  © Ralf Sinapius

Böden enthalten wertvolle Informationen über vergangene natürliche Bodenbildungsprozesse. Fossile Böden, auch Paläoböden genannt, entstanden unter ganz anderen Umweltbedingungen als heute und geben Auskunft über das Klima zur Zeit ihrer Entstehung. Archivböden dokumentieren mitunter auch Ereignisse wie Vulkanausbrüche, Überschwemmungen und Veränderungen der Vegetation. Zu den naturgeschichtlichen Archivböden gehören auch Moorböden. Archivböden sind wichtige Zeugnisse für die geowissenschaftliche Forschung und dienen der Rekonstruktion der Landschaftsgeschichte über die letzten Jahrhunderte bis Jahrtausende.

Archiv der Kulturgeschichte

Das Bild zeigt einen mittelalterlichen Holzkohlemeiler bei Sosa
Mittelalterlicher Holzkohlemeiler bei Sosa  © LfULG, Raphael Benning

Archivböden enthalten auch Spuren der menschlichen Geschichte und des menschlichen Handelns. Sie bewahren Informationen über frühere Landnutzungen, Siedlungen und Transportwege. In Böden finden sich vielfach Hinweise auf vergangene landwirtschaftliche Praktiken, die sich über Jahrtausende entwickelt haben. Als Archive der Kulturgeschichte zählen z.B. auch Böden unter Meilerplätzen (Herstellung von Holzkohle), entlang von Hohlwegen, im Bereich verlassener Siedlungen (Wüstungen) oder Befestigungsanlagen. Historische Bergbaugebiete oder Weinanbauflächen bieten ebenso wertvolle Informationen über den Einfluss des Menschen auf die Umwelt.

Gefährdung der Archivböden

Archivböden sind wie die meisten Böden von Abgrabung und Bebauung bedroht. Auf landwirtschaftlichen Flächen stellen mechanische Eingriffe wie das Tiefpflügen aber auch Bodenerosion eine Gefährdung dar.

Schutz und Bedeutung der Archivböden

Das Bild zeigt Böden als Archiv der Naturgeschichte.
Böden als Archiv der Naturgeschichte auf Grundlage der Bodenkarte 1:50.000.   © LfULG

Die Funktion der Böden als Archive der Natur- und Kulturgeschichte ist nach Bundes-Bodenschutzgesetz zu sichern. Die Schutzwürdigkeit eines Archivbodens leitet sich dabei aus dem Informationswert des jeweiligen Bodens (charakteristische, standorttypische Ausprägung der Bodeneigenschaften), dessen Naturnähe (bei naturgeschichtlichen Archiven) und der regionalen Seltenheit, sowie dem Erhaltungszustand bei Archiven der Kulturgeschichte ab.

Besonders schutzwürdige Archive der Naturgeschichte können als Geotope oder Naturdenkmäler geschützt werden. Enthalten Böden vom Menschen geschaffene Gegenstände (Artefakte wie (prä)historische Werkzeuge, Keramik, Münzen), können diese kulturgeschichtlichen Archive als Bodendenkmale unter Schutz gestellt werden.

Es liegt eine landesweite Auswertekarte zur Bodenfunktion »Archive der Naturgeschichte« auf Grundlage der Bodenkarte 1:50.000 vor. Aus der Bodenkarte wurden anhand von ausgewählten Bodentypen und Bodensubstraten Gebiete abgeleitet, in denen mit höherer Wahrscheinlichkeit Böden als Archive der Naturgeschichte vorkommen können.

Link zu iDA

Bundesweite Aktion »Boden des Jahres«

Der 5. Dezember ist der Internationale Tag des Bodens. An diesem Tag gibt das Kuratorium für den Boden des Jahres den »Boden des Jahres« für das Folgejahr bekannt. Schirmherrschaft für diese Aktion übernehmen abwechselnd die Bundesländer. Dem Kuratorium für den Boden des Jahres gehören die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft, der Bundesverband Boden sowie der Ingenieurtechnische Verband für Altlastenmanagement und Flächenrecycling an. Der Boden des Jahres wurde am 5.12.2004 erstmals für 2005 ausgerufen.

Kontakt

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 42: Boden, Altlasten

Dr. Arnd Bräunig

Telefon: 03731 294-2803

E-Mail: Arnd.Braeunig@lfulg.sachsen.de

Webseite: http://www.lfulg.sachsen.de

Lehrpfade und Wanderausstellung

Das Bild zeigt das Titelbild des Reiseführers »Die Böden Deutschlands«
2. Auflage des Reiseführers »Die Böden Deutschlands« © Umweltbundesamt
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