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Schadstoffe in Böden

Schadstoffe in Böden – unsichtbar und allgegenwärtig

Das Bild zeigt ein Lagerfeuer im Garten. © P. Kahl, LfULG

Neben Stoffen, die den Pflanzen als Nährstoffe dienen, befinden sich im Boden auch Schadstoffe. Diese können in höheren Konzentrationen das Wachstum von Pflanzen und Tieren beeinträchtigen, in Gewässer gelangen und sind auch für den Menschen schädlich. Wichtige Schadstoffgruppen sind Schwermetalle, Arsen, organische Stoffe und Stoffverbindungen, Rückstände von schwer abbaubaren Pflanzenschutzmitteln, Arzneimittel und Radionuklide.

Natürliche Quellen für Schadstoffe in Böden sind in den Ausgangsgesteinen der Bodenbildung enthaltenen Minerale. Oberflächennahe Anreicherungen von Erzmineralen können bei der Verwitterung zu lokal oder auch großflächig erhöhten Schadstoffgehalten in Böden führen. In Sachsen treten diese besonders im Erzgebirge auf.
Auch aus Waldbränden oder über die Verwendung von Holzasche, Kompost oder anderen Düngemitteln können Schadstoffe in den Boden gelangen. Hinzu kommen die vom Menschen verursachten Schadstoffe aus Industrie, Bergbau, Verkehr und privaten Haushalten. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen können Schadstoffe aus Düngemitteln, Klärschlämmen und Pflanzenschutzmitteln flächenhaft in Böden eingetragen werden.

Alle Stoffe können direkt in den Boden eingebracht, über die Luft transportiert als auch über das Grund- und Oberflächenwasser verlagert werden. Vor allem in Flüssen werden sie über weite Strecken transportiert, angereichert und in den Böden der Auen wieder abgelagert. Können die Schadstoffe nicht oder nur sehr langsam abgebaut werden, reichern sich diese oftmals unbemerkt im Boden an und können im Laufe der Zeit ihre schädliche Wirkung entfalten.

© LfULG

Der Arbeitsbereich Stofflicher Bodenschutz arbeitet daran, Schadstoffeinträge in die Böden weitestgehend zu vermeiden, Schadstoffbelastungen zu beurteilen und schließlich Maßnahmen zu entwickeln, wenn Schadstoffe in Böden bereits zur Gefahr geworden sind.

Die Schadstoffsituation für Schwermetalle ist in den Böden Sachsens in den geochemischen Übersichtskarten dargestellt.

Können wir das Gemüse aus unseren Gärten noch essen?

© LfULG, I. Müller

Gerade in Gartenböden können sich Schadstoffe aus natürlichen oder menschlichen Quellen anreichern. Hauptursache für Schadstoffe in Gärten ist oft das Ausbringen verschiedener Materialien (Aschen, Kompost, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel) oder die Lage im Einflussbereich besonderer Belastungsursachen (Erzgebiete, Altlasten, Überschwemmungsbereiche, Immissionen).

Mit der Zeit haben sich viele Gärten von reinen Arbeits- und Nutzgärten hin zu Freizeit- und Wohngärten für die ganze Familie entwickelt. Ein Gefährdungspotential besteht dabei für Kleinkinder bei der direkten Aufnahme von schadstoffbelastetem Boden über den Mund. Zusätzlich können Schadstoffe über die dort angebauten Nahrungspflanzen oder über das Einatmen von Staub in den Körper gelangen. Durch einfache Maßnahmen kann jeder dazu beitragen, dass sich Schadstoffe in den Gartenböden gar nicht erst anreichern. So gehören Aschen, Pflanzen und Laub aus Straßennähe, Staubsaugerbeutel und Zeitungen nicht auf den Kompost. Verwendete Handelsdünger, Gartenerden und andere Materialien sollen möglichst schadstoffgeprüft sein. Bei natürlich belasteten Böden eignen sich in geringem Umfang Bodenaustausch (z.B. in Spielbereichen), eine dichte Grasnarbe, Hochbeete, eine pH-Wert-Kontrolle und der Verzicht auf den Anbau von bestimmten, stark schadstoffanreichernde Nahrungspflanzen. Sie sind sich unsicher, ob Ihr Garten in einem schadstoffbelasteten Gebiet liegt? Dann kann die geochemische Übersichtskarte einen ersten Hinweis geben.

Sie möchten Ihren Boden sicherheitshalber untersuchen lassen? Hier bekommen Sie Hinweise, wie das geht.

Was tun, wenn Ihr Gartenboden eine Belastung aufweist? Empfehlungen zur Nutzung schadstoffbelasteter Gärten finden Sie hier.

Können unsere Kinder gefahrlos auf dem Boden spielen?

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(© Dr. Ingo Müller, LfULG)
Das Bild zeigt ein Baby auf einer Decke.
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(© Dr. Ingo Müller, LfULG)
Das Bild zeigt speilende Kinder auf einem Sandhaufen.

In Wohngebieten können Schadstoffe über die Luft aus Kleinfeuerungsanlagen und Verkehr in den Boden gelangen bzw. bei einer Lage in vorbelasteten Arealen (ehemalige Gewerbenutzung, Bergbau- und Überschwemmungsgebiete) bereits vorhanden sein. Einen Hinweis auf das Vorkommen großflächiger Bodenbelastungen finden Sie hier, jedoch findet sich gerade in den Siedlungsbereichen durch Vornutzung, Bautätigkeit und Bodenumlagerung eine oftmals kleinteilige, mosaikartige Struktur. Sie möchten Ihren Boden sicherheitshalber untersuchen lassen? Hier bekommen Sie Hinweise, wie das geht.

Die Bedeckung von schadstoffbelasteten Flächen mit einer dichten Vegetation (Gras, Sträucher) wirkt einer Schadstoffaufnahme durch den Menschen entgegen. In manchen Fällen kann bei einer festgestellten Gefährdung auch der Austausch von belastetem Boden erforderlich sein, gerade in sensibel genutzten Bereichen wie Kinderspielflächen. Wenn ein Verdacht auf eine Schadstoffbelastung vorliegt, ist die Untere Bodenschutzbehörde der Kreise und kreisfreien Städte die zuständige Behörde, die diesem Verdacht weiter nachgeht und beim Vorliegen einer Gefährdung Maßnahmen ergreift.

Wie kommen Schadstoffe auf den Acker?

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(© ???)
Getreideversuch Hilbersdorf
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Kühe Weide Schadstoffe

Schadstoffe in den Böden der landwirtschaftlich genutzten Flächen können aufgrund der Lage in naturbedingt schadstoffbelasteten Gebieten vorkommen, aber auch aufgrund der zumeist regelmäßigen und langjährigen Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Als Düngemittel werden sowohl mineralische Dünger, als auch Komposte, Klärschlämme, oder landwirtschaftliche organische Düngemittel wie Gülle oder Stallmist verwendet. Diese können u.a. organische Schadstoffe, Schwermetalle und Rückstände von Arzneimitteln enthalten. Auch Nitrat, obwohl primär ein wichtiger Pflanzennährstoff, kann im Übermaß schädliche Wirkungen entfalten. Die Schadstoffe können sowohl in die angebauten Nahrungspflanzen übergehen, als auch in Grund- oder Oberflächengewässer eingetragen werden.

Grenzwerte für Schadstoffgehalte in Düngemitteln, ein verantwortungsbewusster und den Bedingungen angepasster Einsatz sowie die gute landwirtschaftliche Praxis begrenzen den Schadstoffeintrag in die Böden. Ein optimaler Humusgehalt und pH-Wert wirken dem Transfer vom Boden in die angebauten Pflanzen entgegen, ebenso wie die Auswahl bestimmter Pflanzensorten für den Anbau. Regelmäßige Untersuchungen des Ernteguts können belegen, dass in Sachsen erzeugte Lebens- und Futtermittel sicher genutzt werden können. Hinweise auf großflächige Bodenbelastungen lassen sich den geochemischen Übersichtskarten entnehmen; diese finden Sie hier. Empfehlungen und Hinweise zur Nutzung schadstoffbelasteter Böden in der Landwirtschaft finden Sie hier.

Möchten Sie Ihren Boden testen lassen? Hier finden Sie Tipps zur Entnahme einer Bodenprobe und Möglichkeiten zur Testung Ihres entnommenen Bodens.

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(© Dr. Ingo Müller, LfULG)
Bodenprobe im Garten
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(© Dr. Ingo Müller, LfULG)
Bodenprobe im Gras

In Sachsen finden sich großflächige natur-, bergbau- und hüttenbedingte Bodenbelastungen mit Arsen, Blei und Cadmium. Hinweise dazu finden sich auf den geochemischen Übersichtskarten. Bei Verdacht auf eine Schadstoffbelastung im Boden besteht die Möglichkeit selbst eine einfache Bodenprobe zu entnehmen und diese in einem Labor untersuchen zu lassen. Über die Ergebnisse ergeben sich erste Anhaltspunkte, ob eine Belastung vorliegt oder nicht.

Für die Bodenprobenahme ist Schaufel, Spaten und Eimer, ein Plastikbeutel für Tiefkühlerzeugnisse (schadstoffarm), ein wasserfester Stift und ein Stück Strick oder Bindedraht notwendig. Zuerst muss überlegt werden, wo die Bodenprobe entnommen werden soll. Wenn der Boden recht einheitlich aussieht (z.B. Farbe) und sich ähnlich anfühlt (z.B. sandig oder lehmig) und ein eher gleichmäßiger Schadstoffverdacht besteht, reicht für einen solchen Bereich eine Bodenmischprobe. Bei deutlich erkennbaren Unterschieden sind mehrere Mischproben aus getrennten Bereichen sinnvoll. Mit dem Spaten werden auf der Fläche mehrere kleine Gruben (20 cm x 20 cm) von 10 cm Tiefe freigelegt und daraus gleichmäßig über die Tiefe etwas Erde in den Eimer gefüllt. Eine vorhandene Grasnarbe wird nicht mit beprobt. Man sollte darauf achten, dass die Farbe der Bodenschicht einheitlich ist – der Übergang zu dem unterliegenden Horizont wird meist durch einen Farbwechsel gekennzeichnet. Für eine repräsentative Probe sollte Material aus etwa 15 gleichmäßig über die Fläche verteilter Gruben in einem Eimer gut gemischt und dann in einen Gefrierbeutel abgefüllt werden. Eine Probemenge von 500 bis 1000 g ist für das Labor ausreichend. Nach dem Einfüllen in die Gefrierbeutel wird die Probe mit dem Strick zugebunden und mit dem wasserfesten Stift eindeutig beschriftet (z. B. Probenbezeichnung, Lage, Tiefe).

Die Analyse sollte möglichst in einem dafür zertifizierten Labor auf pH-Wert, Corg und Schwermetalle im Königswasserextrakt erfolgen. Hinweise auf entsprechende Labore finden Sie hier, dort können Sie bei den Suchkriterien auch die Suche nach Bundesland eingrenzen und so Labore mit Standort in Sachsen finden. Zu Fragen nach den Kosten oder der Bearbeitungszeit nehmen Sie bitte direkt mit den Anbietern Kontakt auf. Die Bewertung der Gehalte erfolgt gestuft nach Vorsorge-, Prüf- und Maßnahmenwerten entsprechend der Regelung der BBodSchV, die Sie hier finden.

Den pH-Wert einer Bodenprobe kann man relativ einfach selbst bestimmen.
Man braucht dazu eine Bodenprobe, destilliertes Wasser, ein Schraubglas und pH-Wert-Indikatorpapier aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt.

Ein kleiner Teil der Bodenprobe wird in das Schraubglas gefüllt und mit destilliertem Wasser im Verhältnis 1:1 aufgefüllt. Danach schüttelt man das verschlossene Schraubglas bis alles gut durchmischt ist, stellt es ab und wartet ca. 10 min bis sich die Schwebstoffe in der Flüssigkeit wieder abgesetzt haben und die überstehende Flüssigkeit weitgehend klar ist. Anschließend taucht man das Indikatorpapier in die Flüssigkeit und vergleicht es mit der beiliegenden Farbskala und erhält so annäherungsweise den pH-Wert des Bodens.

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