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Sonderuntersuchungen

Neben der ersten sachsenweiten Erhebung von Stoffdaten für Böden im Raster 4 x 4 km ab 1993 gab es eine Vielzahl weiterer gebietsbezogener Untersuchungen zur Verdichtung des Datenbestandes.
Die Beprobungen / Verdichtungen erfolgten in der Regel zuerst in Gebieten mit bekannter bzw. vermuteter Bodenbelastung und in den großen Flussauen. Später folgten Verdichtungsuntersuchungen in den geringer belasteten Landesteilen.
Zusätzlich gab es anlassbezogene Beprobungen in Zusammenhang mit den Hochflutereignissen in den Jahren 2002 und 2013 und der Berechnung von Hintergrundwerten für anorganische und organische Schadstoffe.
An jedem Standort wurden in der Regel zwei bis drei Proben (organische Auflage, Oberboden, Unterboden) entnommen.

Jahr Projekt Region Standorte
2021 Organika Elbe 150

2014 / 2019

Organika Vereinigte Mulde 250
2013 / 2016 Organika Sachsen 740
2000 - 2015 Resorptionsverfügbarkeit Siedlungsgebiete mit Bodenbelastung 820
2009 - 2012 Hintergrundwerte Diabas, Sandstein, Serpentinit, Basalt Sachsen 270
2011 / 2012 Verdichtung Nord- und Ostsachsen 1.000

2007 - 2010

Verdichtung Erzgebirge, Vogtland, Granulitgebirge 1.260
2013 Hochflutsedimente Sachsen 126
2003 / 2004 Pilotprojekt Hochwasser Vereinigte Mulde 2.800
2001 - 2004 Auenmessprogramm Elbe, Mulde, Zschopau 3.250
2005 / 2006 Bergbaugebiet Annaberg 300
1997 / 2002 Bergbaugebiet Schneeberg-Aue-Schwarzenberg-Johanngeorgenstadt 350
1997 / 2001 Bergbaugebiet Freiberg 2.000
1997 - 1999 Bergbaugebiet Ehrenfriedersdorf 360

1993 -1997

Raster 1 x 1 km

Zittau, Radebeul, Borna, Ehrenfriedersdorf, Zwickau

1.400
1993 - 1997 Raster 4 x 4 km Sachsen 1.160

 

1997 wurden vom LfULG mit der Stoffgruppe der Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) erste Analysen für organische Verbindungen in sächsischen Böden veranlasst und in der Folgezeit an bestimmten regionalen Projekten und an den Standorten der Bodendauerbeobachtung mit durchgeführt. In 2013 und 2014 folgten Erhebungsuntersuchungen speziell zu organischen Schadstoffen an 325 Standorten (Projekt Organik 1). Bei diesen Untersuchungen wurden die Standorte gleichmäßig nach Nutzung (Acker, Grünland, Forst, Siedlungsgrün) und nach Siedlungsstrukturtyp (ländlicher Raum, verdichtete Bereiche im ländlichen Raum, Verdichtungsraum) gemäß dem Landesentwicklungsplan (SMR 2013) über die Landesfläche verteilt. Auswertungen zeigten für viele organische Schadstoffe, dass die geringen Konzentrationen im Boden durch die bisherigen Analyseverfahren nicht sicher zu bestimmen waren. Durch Anwendung verbesserter Untersuchungsmethoden im Labor (BfUL) konnten in Bodenproben ab 2015 organische Schadstoffe in wesentlich geringeren Konzentrationen bestimmt werden. Daher folgte 2016/2017 eine weitere Probenahmekampagne des LfULG an 378 zusätzlichen Standorten (Projekt Organik 2). Bei der Probenahme wurde erneut darauf geachtet, eine möglichst gleichmäßige Verteilung auf die o.g. Siedlungsstrukturtypen und Nutzungen zu erreichen. Derzeit liegen größtenteils Analysen für PAK16, HCH, HCB, PCB6, DDX, PCCD/F sowie dl-PCB vor. An ausgewählten Auenböden (Elbe, Vereinigte Mulde) wurden zusätzlich perfluorierte Verbindung, bromierte Flammschutzmittel und Organozinnverbindungen analysiert.

Hier finden Sie den Ergebnisbericht zu den organischen Schadstoffen.

Infolge der Flutkatastrophe im August 2002 wurden in den Einzugsgebieten von Elbe und Mulde Schlämme mit Belastungsverdacht abgelagert, die vom LfULG zeitnah untersucht und in Zusammenhang mit der Belastung der Auenböden bewertet wurden.
Die Schlämme an der Elbe, Zwickauer Mulde und Zschopau hatten hinsichtlich ihrer mittleren As- und Schwermetallgehalte ein analoges Konzentrationsniveau wie die Auenböden selbst. Durch die Flut fand in den meisten Fällen nur eine Verlagerung von Gewässer- und Auensedimenten ohne Zumischung von belastetem geogenen bzw. anthropogenem Material statt. Im Einzugsgebiet der Freiberger Mulde kam es dagegen zur Abspülung und Verlagerung von ca. 9.000 t an schwermetallreichem Haldenmaterial sowie belasteten Flusssedimenten. Durch die Flut wurden hoch belastete Schlämme flussabwärts bis in den Unterlauf der Vereinigten Mulde transportiert.

© LfULG

Soweit es die technischen Möglichkeiten zuließen, wurden diese Schlämme entfernt, zwischengelagert, analysiert und entsprechend den bodenschutz- und abfallrechtlichen Bestimmungen verwertet bzw. entsorgt. Für besonders sensible Nutzungsarten (Kinderspielflächen, Haus- und Kleingärten) wurde generell eine Schlammbeseitigung empfohlen.

Im Juni 2013 kam es in Sachsen zu einem erneuten Hochwasserereignis mit erheblichem Sedimenteintrag in landwirtschaftlich genutzte Flächen und in Siedlungsflächen. Zur Einschätzung eines möglicherweise damit verbundenen Schadstoffeintrages wurden stichprobenhafte Sonderuntersuchungen auf Überschwemmungsflächen ausgewählter Fließgewässerabschnitte mit Alarmstufe 4 durchgeführt. Eine vollständige Ereignisanalyse des Hochwassers 2013 und Auswertungen zu den Schadstoffeinträgen durch die Hochflutsedimente finden sich in einem umfassenden Bericht.
Nach Ergebnissen der Untersuchungen hatte sich die Belastungssituation der überschwemmten Standorte durch das mit der Flut neu eingetragene Sediment nicht wesentlich verändert. Die Sonderuntersuchungen ergaben einzugsgebiets- bzw. gewässertypische Schadstoffgehalte mit teilweise erhöhten Konzentrationen einzelner Parameter bzw. Parametergruppen.
Die Altstandorte, die für den erhöhten Schadstoffeintrag 2002 in die Freiberger Mulde verantwortlich waren, wurden zwischenzeitlich gesichert.

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(© LfULG, G. Rank)
Muldenhütten mit Hochwasserlinie 2002
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(© LfULG, H. Heilmann)
Muldenhütten nach der Sanierung im Jahr 2005

Das sächsische Auenmessprogramm untersuchte in den Jahren 2000 bis 2006 an ausgewählten, größeren Flüssen Sachsens den Stoffbestand der Auenböden.
Dazu wurden in den Auen der Zwickauer, Freiberger und Vereinigten Mulde, der Zschopau und der Elbe Bodenproben entnommen und auf relevante Spurenelemente analysiert. Die Einzugsgebiete der beprobten Flüsse liegen zum größten Teil in den intensiv durch Mineralisation, Bergbau und Hüttentätigkeit geprägten Gebieten des Erzgebirges. Die Böden und Gesteine dieser Gebiete sind durch z. T. extreme Anreicherungen von Arsen, Cadmium, Blei, Kupfer und Zink geprägt. Die Auenböden weisen durch Abtragungs- und Akkumulationsprozesse ähnlich hohe Gehalte auf.

Die Ergebnisse liegen in Form eines zusammenfassenden Berichts vor.

Bericht zum Auenmessprogramm

Deckblatt des Berichtes zu den Auenböden.

Ab 2018 erfolgten in der Vereinigten Mulde und Elbe weitere Untersuchungen zu Gehalten an organischen und anorganischen Schadstoffen.

Im Westerzgebirge treten im o. g. Gebiet viele Vererzungen mit verschiedenen Mineralisationstypen auf. Uranvererzungen wurden vor allem um Schlema, Alberoda, Hartenstein, Schneeberg, Aue und Johanngeorgenstadt abgebaut und auch in den Böden mittels Aerogammaspektrometrie bereits in den 80er Jahren nachgewiesen

Sie sind häufig mit Vorkommen von Kobalt-, Nickel-, Silber-, Wismut- und Selenerzen verbunden. Im Raum Schneeberg treten untergeordnet Blei- und Zinkerze auf, bei Pöhla, Breitenbrunn und Antonsthal kommen zinnhaltige Gesteine vor. Mit den Erzvorkommen sind die Hinterlassenschaften des Jahrhunderte währenden Bergbaus und deren Aufbereitung/Verhüttung verbunden. Durch die geogenen und anthropogen verstärkten Belastungen weisen die Böden dieses Gebietes zumeist erhöhte Gehalte an Arsen und Schwermetallen auf.
Das Sächsische Landesamt untersuchte den Stoffbestand der Böden im Rahmen eines Sondermessnetzes. Bodenproben aus der organischen Auflage, sowie der Ober- und Unterböden wurden auf eine Vielzahl von Spurenelementen analysiert.

Neben dem Bericht, der vereinfachten Geologie und der Nutzungskarte werden Horizontkarten von relevanten Spurenelementen zur Verfügung gestellt.

Bericht zum Sondermessnetz Schneeberg – Aue – Schwarzenberg – Johanngeorgenstadt

Übersichtskarten

Diese Daten werden nur in ihrer vorliegenden Form bereitgestellt. Es besteht kein Anspruch auf weitere Konvertierungen oder Konfektionierungen durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Das LfULG behält sich alle Rechte an den Daten vor, insbesondere auch das der Änderung ohne vorherige Ankündigung. Jede Haftung des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie für Schäden aller Art aus der Überlassung und der Weiterverarbeitung der Daten ist ausgeschlossen.

Werden die Daten oder aus diesen abgeleitete Daten für Präsentations-, Informations- oder Veröffentlichungszwecke verwendet, so ist bei jeder Präsentation und auf jeder Darstellung die Herkunft der Daten an deutlich sichtbarer Stelle wie folgt anzuzeigen: »Darstellung auf der Grundlage von Daten des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden.«

Elementkarten - Organische Auflage

Elementkarten - Mineralischer Oberboden

Elementkarten - Unterboden

Der Bergbau im Gebiet um Ehrenfriedersdorf–Geyer begann im 13.-14. Jahrhundert und dauerte bis ca. 1990 an. Im Revier wurden überwiegend Zinn-, Blei-, Eisen- und Silbererze abgebaut. Neben den Gruben gab es zur Verarbeitung eine Vielzahl von Hütten, Pochwerken und Erzwäschen. Die Böden dieses Gebietes weisen durch die geogenen und anthropogenen Belastungsquellen vor allem stark erhöhte Arsengehalte und untergeordnet auch höhere Gehalte von Schwermetallen auf. Das betrifft auch die Auenböden der entwässernden Flüsse und Bäche.
Deshalb gehört die Region zu den Gebieten mit der höchsten Probendichte in Sachsen (ca. 7 Proben/km2). Bereits in den 80er Jahren wurden dort im Rahmen einer Pedogeochemischen Prospektion Unterbodenproben u. a. auch auf Arsen untersucht

1997 folgte ein Bodenmessnetz im Raster 1 x 1km und später weitere Verdichtungsuntersuchungen. Die Proben verschiedener Kampagnen wurden in der organischen Auflage, im Ober- und Unterboden auf eine Vielzahl von Spurenelementen untersucht und die Ergebnisse in Form eines Kartenwerks dargestellt.

Neben dem Bericht, der vereinfachten Geologie und der Nutzungskarte werden Horizontkartenarten von relevanten Spurenelementen der Bundes-Bodenschutzverordnung zur Verfügung gestellt.

Bericht zum Sondermessnetz Ehrenfriedersdorf

Übersichtskarten

Diese Daten werden nur in ihrer vorliegenden Form bereitgestellt. Es besteht kein Anspruch auf weitere Konvertierungen oder Konfektionierungen durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Das LfULG behält sich alle Rechte an den Daten vor, insbesondere auch das der Änderung ohne vorherige Ankündigung. Jede Haftung des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie für Schäden aller Art aus der Überlassung und der Weiterverarbeitung der Daten ist ausgeschlossen.

Werden die Daten oder aus diesen abgeleitete Daten für Präsentations-, Informations- oder Veröffentlichungszwecke verwendet, so ist bei jeder Präsentation und auf jeder Darstellung die Herkunft der Daten an deutlich sichtbarer Stelle wie folgt anzuzeigen: »Darstellung auf der Grundlage von Daten des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden.«

Elementkarten - Mineralischer Oberboden

Elementkarten - Unterboden

Im Gebiet um Freiberg wurde über Jahrhunderte intensiver Bergbau und Verarbeitung der Silber- und Buntmetallerze (Cu, Pb, Zn) betrieben. Der bedeutendste Gangbezirk verläuft von Rothenfurth ausgehend über Halsbrücke, Tuttendorf, Freiberg, Zug, Brand-Erbisdorf bis Langenau. Die Böden dieses Gebietes weisen durch Vererzungen, Halden, Emissionen der Hütten und in die Umgebung verbrachte Schlacken stark erhöhte Gehalte an Arsen, Blei, Cadmium und anderen Schwermetallen auf. Diese Belastungen wurden seit Beginn des intensiven Bergbaus von der das Gebiet durchfließenden Freiberger Mulde bis in die Auenböden der Vereinigten Mulde nach Sachsen-Anhalt verlagert. Erste Bodenkarten über Schwermetallbelastungen wurden bereits Anfang der 90er Jahren angefertigt

Ab 1997 erfolgten systematische Untersuchungen der Böden im Raum Freiberg mit mehreren Kampagnen durch das Sächsische Landesamt. Die Probendichte betrug im Gebiet je nach Belastungssituation zwei bis vier Proben pro Quadratkilometer. Die in der organischen Auflage, im Ober- und Unterboden entnommenen Bodenproben wurden auf eine Vielzahl von Spurenelementen untersucht und die Ergebnisse in Form eines Kartenwerks im Maßstab 1 : 50.000 dargestellt. Der Bericht und die Karten bildeten eine Grundlage für die Ausweisung des Bodenplanungsgebietes Freiberg. Neben dem Bericht, der vereinfachten Geologie und der Nutzungskarte werden Horizontkarten von relevanten Spurenelementen der Bundes-Bodenschutzverordnung zur Verfügung gestellt.

Aufgrund der besonderen Belastungssituation im Raum Freiberg hat die Landesdirektion in 2011 per Rechtsverordnung ein Bodenplanungsgebiet festgelegt. Neben einer umfassenden Gebietsabgrenzung wurden flächengenaue Maßnahmen zum Umgang mit der Belastung festgelegt.

Bericht zum Sondermessnetz Freiberg

Übersichtskarten

Diese Daten werden nur in ihrer vorliegenden Form bereitgestellt. Es besteht kein Anspruch auf weitere Konvertierungen oder Konfektionierungen durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Das LfULG behält sich alle Rechte an den Daten vor, insbesondere auch das der Änderung ohne vorherige Ankündigung. Jede Haftung des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie für Schäden aller Art aus der Überlassung und der Weiterverarbeitung der Daten ist ausgeschlossen.

Werden die Daten oder aus diesen abgeleitete Daten für Präsentations-, Informations- oder Veröffentlichungszwecke verwendet, so ist bei jeder Präsentation und auf jeder Darstellung die Herkunft der Daten an deutlich sichtbarer Stelle wie folgt anzuzeigen: »Darstellung auf der Grundlage von Daten des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden.«

Elementkarten - Organische Auflage

Elementkarten - Mineralischer Oberboden

Elementkarten - Unterboden

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