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Böden der Altmoränenlandschaften

Karte: Bodenregion der Altmoränenlandschaften in Sachsen
Bodenregion der Altmoränenlandschaften in Sachsen 

Im nördlichen Sachsen wurde die heutige Landoberfläche vor allem im Zusammenhang mit dem letzten Eiszeitalters, der sogenannten Weichselkaltzeit, geformt. Durch Winderosion entstanden großflächige Treibsanddecken mit Binnendünen. Charakteristisch für diese Böden sind ihre Basenarmut und ihre niedrigen pH-Werte, was bedeutet, dass sie relativ sauer sind. Damit sind die grundlegenden Voraussetzungen für die Entstehung von Böden erfüllt, die in der Fachterminologie als Podsole bezeichnet werden.

Der Vorgang der Podsolierung, in Deutschland früher auch »Sauerbleichung« genannt, setzt sich aus mehreren Teilprozessen zusammen:

  • Durch die niedrigen pH-Werte ist die biologische Aktivität im und auf dem Boden sehr gering (reduzierte bis unterbleibende Regenwurmtätigkeit).
  • Dadurch sammelt sich an der Oberfläche organische Substanz (Blätter, Äste usw.) und es bildet sich langsam eine Humusauflage.
  • Diese Humusschicht gibt gelöste organische Säuren an den Boden ab, parallel dazu werden im sauren Oberbodenmilieu Mineralien zersetzt.
  • Die dabei frei werdenden Kationen (Eisen, Aluminium, usw.) wandern mit den organischen Säuren in den Unterboden, wo sie beim Erreichen von Schichten mit höheren pH-Werten als gemeinsame Komplexe wieder ausfallen.

Die geschilderten Vorgänge führen zur Ausbildung der für Podsole charakteristischen Horizonte: einem gebleichten »Auswaschungshorizont« über einem dunkel- bis rostfarbenem »Ausfällungshorizont«. Die aus dem Russischen stammende Bezeichnung Podsol (wörtlich: »unter Asche«) charakterisiert dieses Erscheinungsbild anschaulich.

Das folgende Profil stellt eine typische Bodenform dieser Region dar, einen Podsol aus Geschiebedecksand.

das Bild zeigt einen Podsol aus Geschiebesand über sandiger Moräne.

Die Böden dieser überwiegend sandigen Substrate sind aus Sicht der landwirtschaftlichen Produktion eher ertragsschwächere Standorte. Daher ist der Anteil an landwirtschaftlicher Nutzfläche mit weniger als 40 Prozent relativ gering.

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